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Rechtliches und Soziales

Sie sind grundsätzlich nicht verpflichtet, ihren Arbeitgeber über eine chronische Erkrankung zu informieren. Wenn Sie sich für den Weg des offenen Umgangs entscheiden, kann es jedoch Missverständnissen vorbeugen. So verstehen Vorgesetzte und Kollegen die Notwendigkeit regelmäßiger Arztbesuche besser. Außerdem profitieren Menschen mit einer chronischen Erkrankung von besonderen Schutzbestimmungen wie dem erweiterten Kündigungsschutz bei einer Schwerbehinderung.

Sollten sich bei Ihnen die Krankheitssymptome verschlimmern und Sie Ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben können, ist eine Umschulung in einem Bereich sinnvoll, der Ihren Bedürfnissen besser entspricht.

Für die Kostenübernahme durch die Bundesagentur für Arbeit benötigen Sie ein ärztliches Attest. Es muss belegen, dass der bisherige Beruf aufgrund der Erkrankung aufgegeben werden musste und dass die neue Tätigkeit regulär ausgeübt werden kann.

 

Schwerbehinderte Menschen genießen einen besonderen Kündigungsschutz. Der Nachweis erfolgt durch einen Schwerbehindertenausweis. Der Arbeitgeber benötigt im Fall einer Kündigung die Zustimmung des Integrationsamtes.

Wer Morbus Fabry hat, ist nicht grundsätzlich stark eingeschränkt. Das bedeutet auch, dass Menschen mit Morbus Fabry nicht automatisch als Schwerbehinderte anerkannt werden. Die Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft erfolgt auf Antrag und wird durch die Integrationsämter nach Aktenlage entschieden. Eine persönliche Untersuchung findet in der Regel nicht statt.

 

Je nach Krankheitsverlauf können besondere Rechte für Schwerbehinderte gelten. Schwerbehinderte haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine Woche bezahlten Zusatzurlaub pro Jahr. Es gibt außerdem Fördermaßnahmen wie Einarbeitungszuschüsse, Lohnzuschüsse oder auch Hilfen für die technische Ausstattung des Arbeitsplatzes.

Sollte der Morbus Fabry-Verlauf zu stärkeren Beeinträchtigungen führen, ist es unter Umständen nicht mehr möglich, einen Beruf auszuüben. Sie haben in diesem Fall die Möglichkeit, einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente bei der gesetzlichen Rentenversicherung zu stellen.

Wann erhält man eine Erwerbsminderungsrente?

• Keine Erwerbsminderung liegt vor, wenn jemand in der Lage ist, mehr als sechs Stunden täglich zu arbeiten.

• Teilweise erwerbsgemindert ist jemand, der aufgrund seiner Erkrankung nur noch zwischen drei und sechs Stunden täglich arbeiten kann.

• Voll erwerbsgemindert sind Erkrankte, die nur noch weniger als drei Stunden täglich arbeiten können.

Seit einigen Jahren gibt es für chronisch Erkrankte eine reduzierte Belastungsgrenze bei Zuzahlungen.

• Liegen die Zuzahlungen höher als zwei Prozent des jährlichen Brutto-Familieneinkommens, kann sich ein chronisch Kranker für den Rest des Jahres von der Zuzahlung befreien lassen.

• Bei schwerwiegend chronisch Kranken liegt diese Grenze bei einem Prozent.

• Bei Empfängern von Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe), von Arbeitslosengeld II sowie einer sogenannten Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung gilt eine besondere Belastungsgrenze.

Hier finden Sie weitere Unterstützung!

Kümmert sich um Arbeitsvermittlung, Förderungen und berufliche Rehabilitation, gibt finanzielle Zuschüsse

www.arbeitsagentur.de/menschen-mit-behinderungen

Sorgen für die Ausbildungen von Menschen mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit

www.rehadat.de

Bieten Umschulungen und Fortbildungen an

www.einfach-teilhaben.de

Berät in Fragen der Arbeitsmedizin

Gibt Empfehlungen, wenn aufgrund der Erkrankung ein neuer Arbeitsplatz innerhalb des Betriebs notwendig wird

Interessenvertretung aller Arbeitnehmer in Betrieben, fördert und sorgt für die Eingliederung schwerbehinderter und anderer besonders schutzbedürftiger Personen

Bestimmt über die Erwerbsminderungsrente

www.deutsche-rentenversicherung.de

  • Fördert die berufliche Wiedereingliederung bei Schwerbehinderung
  • Berät schwerbehinderte Menschen und Arbeitgeber in allen Fragen zum Erhalt des Arbeitsplatzes
  • Beaufsichtigt den besonderen Kündigungsschutz schwerbehinderter und ihnen gleichgestellter Menschen
  • Ist für die Feststellung einer Schwerbehinderung und die Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises zuständig

www.integrationsaemter.de/Leistungen

Sorgt für die Abstimmung und Zusammenarbeit der unterschiedlichen Ansprechpartner im Bereich der Rehabilitation (z. B. Renten- und Krankenversicherung, Bundesagentur für Arbeit sowie Integrationsämter)

www.reha-servicestellen.de

Für den Fall einer späteren Entscheidungsunfähigkeit kann es sinnvoll sein, eine Patientenverfügung zu erstellen. Darin können Sie vorab schriftlich festlegen, ob Sie in bestimmte medizinische Maßnahmen einwilligen oder diese ablehnen. Wenn Sie an Morbus Fabry erkrankt sind, stehen Ihnen als chronisch Erkrankter/m besondere Rechte und Leistungen zu. Wichtig: Die Patientenverfügung ist nur gültig, wenn Sie von Ihnen eigenhändig unterschrieben wurde.

www.bundesaerztekammer.de (Patientenverfügung)