Morbus Fabry

Zeigt Ihr Patient Anzeichen von Morbus Fabry? Finden Sie heraus, ob die Symptome des Patienten auf Morbus Fabry hinweisen

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auf dem Informationsportal zu Morbus Fabry. Der Zweck dieser Seite ist es, bei medizinischem Fachpersonal das Bewusstsein für Morbus Fabry zu erweitern. Diese Seite bietet eine umfassende Einführung zu Morbus Fabry und erläutert Ätiologie, Pathophysiologie, Symptome, Diagnose und Behandlungsansätze.

Morbus Fabry im Überblick

Morbus Fabry (auch als Anderson-Fabry-Krankheit oder Fabry-Syndrom bezeichnet) ist eine genetische lysosomale Speicherkrankheit,1 die erstmals im Jahr 1898 von William Anderson und Johannes Fabry beschrieben wurde. Die Erkrankung führt zur progredienten Akkumulation von Glycosphingolipiden, insbesondere Globotriaosylceramid (Gb3), im Gewebe und den Organen des gesamten Körpers.2,3 Grund dafür ist ein Mangel (oder das Fehlen) des Enzyms α-Galactosidase A (α-Gal A), verursacht durch eine Mutation in der Xq22-Region des X-Chromosoms, die die Enzymproduktion steuert. Ein Mangel an α-Gal A bei Morbus Fabry führt zur Akkumulation von Glycolipiden im Gewebe und/oder zur Blockade von Blutgefäßen.8,9 Die lysosomale Akkumulation von Gb3 tritt insbesondere in den Nieren (mit der Folge einer Niereninsuffizienz), im Herzen, dem Nervensystem sowie in der Intima und Media der Gefäße auf.3,10

Morbus Fabry liegt ein lysosomaler α-Gal-A-Mangel zugrunde

Die lysosomale a-Gal A katalysiert die Hydrolyse von Gb3
Lysosomales α-Gal A katalysiert die Hydrolyse von Gb3.5 Bei Patienten mit Morbus Fabry ist dieses Enzym nicht ausreichend oder gar nicht vorhanden. Dies führt zur Akkumulation von Gb3.
Gal: Galactose, α-Gal A: α-Galactosidase A, Gb3: Globotriaosylceramid, Glc: D-Glucose

Epidemiologie

Die geschätzte Häufigkeit beträgt 1 Fall unter 40.000 bis 60.000 Männern3 und 1 Fall unter 20.000 Frauen.4 Morbus Fabry wird bei geschätzten 0,5–1,2 %* der jungen Menschen berichtet, die einen Schlaganfall erlitten haben5,6 sowie bei ungefähr 1–2 % der Menschen mit hypertropher Kardiomyopathie.7 *Diese Schätzung wurde aus zwei prospektiven multizentrischen Studien abgeleitet.

Begriffserläuterung

Hypertrophe Kardiomyopathie: Hypertrophe Kardiomyopathie ist definiert durch eine erhöhte linksventrikuläre Wanddicke, die nicht allein durch einen anormalen Belastungszustand erklärt werden kann.
Epidemiologie von Morbus Fabry
Häufigkeit von Morbus Fabry in der allgemeinen Bevölkerung

Genetische Ursache

Morbus Fabry ist eine geschlechtsspezifisch vererbte Erkrankung, da sich das α-Gal-Gen (GLA) auf dem X-Chromosom befindet.1–5 Über 700 verschiedene Mutationen im GLA-Gen können Morbus Fabry verursachen.5 Die häufigsten Mutationen sind Punktmutationen (Missense 55,9 %, Nonsense 11,2 %), gefolgt von Neuordnungen von < 60 Nucleotiden (26,8 %).6 Größere Neuordnungen von Nukleobasen entstehen seltener (1,9 %) und umfassen Deletionen sowie Duplizierungen.6 Daten von Patienten im Fabry Outcome Survey (FOS, ein von Shire gesponsertes internationales Register) stimmen gut mit diesen Zahlen überein.6

X-chromosomaler Erbgang

Morbus Fabry wurde früher als X-chromosomal-rezessiv vererbte genetische Störung eingestuft. Jedoch können auch Frauen, die das Fabry-Gen tragen, Symptome der Erkrankung zeigen. Morbus Fabry wird daher heute als „dem X-chromosomalen Erbgang folgend“ beschrieben.’1 Die Verwendung des Begriffs „Träger“ für Frauen mit dem Fabry-Gen mag daher nicht mehr angemessen sein.2

Männer erben ein mutiertes GLA-Gen nur von ihrer Mutter (wegen der Lage auf dem X-Chromosom) und sind für das Fabry-Gen daher immer hemizygot. Dementsprechend geben Männer das mutierte Gen nur an ihre Töchter weiter.3 Frauen tragen typischerweise ein einzelnes mutiertes Gen auf einem ihrer X-Chromosomen und sind daher für das Fabry-Gen heterozygot.

Obwohl es möglich ist, dass eine Frau auf beiden X-Chromosomen ein mutiertes Gen trägt, ist die homozygote Form extrem selten.4 Eine heterozygote Frau mit dem Morbus-Fabry-Gen hat eine 50%ige Chance, dieses an ihre Kinder weiterzugeben, unabhängig von deren Geschlecht.3

Segregation bei der X-chromosomalen Vererbung (hemizygoter Vater)

Fabry disease diagram of segregation of X-linked trait (hemizygous father)

Segregation bei der X-chromosomalen Vererbung (heterozygote Mutter)

Fabry disease diagram of segregation of X-linked trait (hemizygous mother)

Key

Legende für Segregation bei der X-chromosomalen Vererbung
Eine Frau mit dem Morbus-Fabry-Gen hat eine 50%ige Chance, dieses an ihre Kinder weiterzugeben, unabhängig von deren Geschlecht.3
Da sich das defekte Gen auf dem X-Chromosom befindet, geben Männer mit Morbus Fabry das Gen nur an ihre Töchter weiter.3
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